Prignitz und Elbe


Die Prignitz

Weidelandschaft im Morgenlicht. Foto: J. de Gruyter
Weidelandschaft im Morgenlicht. Foto: J. de Gruyter

 

Die "Prignitz" – im Slawischen mit der Bedeutung "unwegsames Waldgebiet" ist eine der am dünnsten besiedelte Landkreis Deutschlands.

Kleine Dörfer und historische Städte in einer Landschaft, 00000000000000

 

Die Landschaft der Prignitz hat sich vermutlich in den 1960er und 70er Jahren tiefgreifender gewandelt als in den Jahrhundert zuvor. Aufeinanderfolgenden Wellen politisch gewollter Landreform und die Melioration haben ein Landschaftsbild riesiger freier Flächen und weiter Ausblicke geschaffen, die alte bäuerliche Landschaftsstruktur mit Hecken, Feldwegen und Bächen unwiederbringlich zerstört.

Archeologische Orte

Mellen

 

Seddin

Meyenburg

 

INFO

zeitschätzeprignitz.de

Dörfer & Kirchen

Idyllische Dörfer in der Prignitz
Dorfkirche Mellen. Foto: J. de Gruyter

 

Kirchen:

 

Nur wenige Kirchen sind noch von einem Friedhof umgeben. Häufig liegen die Friedhöfe etwas außerhalb des Dorfes, weil gegen Ende des 19. Jh. eine entsprechende kaiserliche Verfügung erlassen wurde, um die Seuchengefahr einzudämmen. Im Dorf Reetz zum Beispiel wurde der alte Brunnen auf dem Kirchhof auch von der Dorfschule genutzt.

 

Eine reiche Orgellandschaft

 

Für die Instandsetzung alter Kirchengebäude: altekirchen.de

 

Porträts der Dorfkirchen und eine Einführung in die Kulturgeschichte der Prignitz in Wolf-Dietrich Meyer-Rath: Kirchenkulturlandschaft Prignitz, erhältlich am Großen Markt in Perleberg.

 

Viele Kirchen lassen sich per Rad besuchen.

 

Radwegekirchen.de

 

 

Landschaft:

 

weite Himmel

 

abseits der ausgebauten Durchgangsstraßen auf den alten Chausseen mit ihren steinernen Wegkreuzen

 

Dörfer, in denen die Zeit stehen geblieben scheint

 

Dörfer

 

Guterhaltene Siedlungsformen finden sich überall in der Prignitz: Rundlinge (Lanz), Angerdörfer (Schilde) und Straßendörfer (Mankmuß), Einzelhöfe und Weiler. Die alten Bräuche haben sich nach der Wende jedoch nur in einigen Dörfern erhalten und auch Kinder spielen nur noch in wenigen Dörfern auf der Straße. Auf den Erntefesten

 

Erinnerungen an das Dorfleben in den 1930er Jahren finden sich in „Eine Jugend in der Prignitz“ von Elisabeth von Falkenhausen.

 

Weitere Informationen:

elbe-brandenburg-biosphaerenreservat.de/hier-leben/historische-siedlungsformen/

 

Beispiele für historische Hofformen hier:

elbe-brandenburg-biosphaerenreservat.de/hier-leben/historische-hausformen/

Die Prignitzer Kleinbahnen

Bahnübergangsschild. Foto: J. de Gruyter
Bahnübergangsschild. Foto: J. de Gruyter

 

KUNST

 

Das Licht und die Weite der Prignitz haben Künstler und Kunsthandwerker inspiriert.

Einmal im Jahr öffnen sie für mehrere Tage ihre Ateliers und Workshops.

Calendula. Foto: J. de Gruyter
Calendula. Foto: J. de Gruyter

 

DIE GÄRTEN DER PRIGNITZ

 

Die privaten Gartenanlagen und historischen Bauerngärten der Prignitz und die Gärtnerei sind am 2. Mai, 13. Juni und 12. September geöffnet.

INFO

Lenzen

Historischer Park der Burg Lenzen

4 ha: Auenlandschaft, Streuobstwiesen

An den offenen Tagen Führungen um 14h.

Info

 

Rambow bei Kleinow

Hauptstr. 16

Kätner Fachwerkhaus aus dem 18. Jh.

3500 m2: Stauden, Obstwiesen, Kräutergarten, Teich. Ziegen.

Führungen am 12.9.2021, jeweils 11, 13. u. 15h.

 

Gutspark Groß Pankow

Pankeweg 15

Biedermeierpark mit laltem Baumbestand

4 ha

Führung am 13. Mai, 11h

 

Skulpturengarten Horst

Im Dörp 14

Atelier im Grünen4000 m2: Landschaftspark

Nur 2.5. + 13.6. Führungen 13h.

 

Seefeld

Gärtnerei Teske

Alte Gärtnerei von 1920, jetzt Bioanbau

Groß Woltersdorfer Damm 1

1,3 ha: Kultur- und Wildstauden, Wildkräuter

Info

Griffenhagen bei Meyenburg

Nr. 24

Zier- und Nutzgarten

Nur 13.6. 10-17h

 

Buddenhagen bei Meyendorf

Nr. 12

5,500 m2: Obstbäume, Wildblumenwiese, Teich, Gemüse

Nur 2.5. + 13.6.

 

Ellershagen bei Halenbeck-Rohlsdorf

Objektstr. 4

5000 m2: Naturgarten mit Obstbäumen, Gemüsebeeten und Blühwiesen

13.6. und nach Anmeldung

Info

Klosterstift Heiligengrabe

ehem. Zisterzienserinnenkloster

5 ha: barocke Fachwerkhäuser mit Vorgärten, Heil- und Küchenkräuter

Nur 13.6. + 12.9.

 

Blesendorf bei Heiligengrabe

Dorfstr. 52

Naturgarten mit viel Wasser

6000 m2: Wildgarten, Rosen, Iris

Nur 12.9.

 

Brüsenhagen bei Gumtow

Dorfstr. 9

Hof-, Nutz- und Obstgarten

3200 m2: Sukkulenten, Teichlandschaft, Wintergärten, Gewächshaus

Infostand u. Pflanzenmarkt

5.+6.6. + 17.+18.7. + 11.+12.9.

 


Rühstädt

NABU Besucherzentrum

Neuhaus 7

Naturnahes Gärtner: Vorträge u. Workshops

Kräuter, Zierpflanzen, historische Kulturpflanzen

Nur 13.6. Führungen 13+16h


Bei Wind und Wetter oben auf dem Deich an der Elbe An der Elbe

Natur

https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/
Seeadler, Elbe. Foto: Holger Witzel

Informationen über das Biosphärenreservat Elbtalaue:

lenzenelbe.de

Interaktive Karte des Biosphärenreservats:

elbe-brandenburg-biosphaerenreservat.de/karte/#6g=2&k=

BUND-Besucherzentrum in Lenzen, direkt am Elberadweg

Naturkundliche und kulturhistorische Führungen, z.B. zum Kranicheinflug ins Rambower Moor: Für diejenigen, die selbst mit anpacken wollen, bietet das Besucherzentrum

(Apr-Okt tägl. 10-18h; Nov-März Mi-So 10-17h)

 

burg-lenzen.de

Tel.: 038792 – 1221

 

Will man keine gedruckten Naturführer mit sich herumtragen, lässt sich zur Bestimmung von Pflanzen die App PlantNet für Smartphones herunterladen.

Zur Bestimmung von Vogelstimmen gibt es BirdNET.

PlantNet erlaubt die Bestimmung anhand eines Fotos, BirdNET analysiert die aufgenommenen Vogelstimmen, Eine Internetverbindung ist erforderlich.


 

Biber, Störche, Seeadler, Schwarzstörche

 

Warum der Fliegenpilz weiße Punkte hat und andere Fragen zur Natur werden hier beantwortet.

 

Weitere Ausflugstipps und Wissenswertes über das Auengebiet auf Inkas Reiseblog.

Grenzregion

 

HIER BILD VON GRENZZAUN IN DÖMITZ

 

 

 

Erinnerungen an die Grenze und Fluchtgeschichten hier.

 

Auf der niedersächsischen Seite der ehemaligen Grenze gibt es in Schnackenburg, Hitzacker, und Göhr Grenzland-Museen.

 

Das Grenzlandmuseum in Schnackenburg (Fähre ab Lütkenwisch) bietet Führungen durch ehemalige Grenzschutzbeamte an (2 Wochen im Voraus buchen).


1945: Gebietstausch am Schaalsee

...Gadebuscher Vertrag...

 

Das Ende des Zweiten Weltkrieges in Wittenberge


Brandenburg

Ausflüge in Brandenburg

http://scottyscout.com/brandenburg/

Ausflüge in Brandenburg

http://scottyscout.com/brandenburg/


Perleberg - alte Hansestadt

Fast komplett erhaltene, großenteils sanierte, etwas museale Altstadt auf einer Insel der Stepenitz.

Bester Tag für einen Besuch: Donnerstagvormittag (Wochenmarkt), am besten zu Fuß. Lebhafter Autoverkehr.

stadt-perleberg.de

Im 13. Jh. gegründete Hansestadt, deren Kaufleute im Mittelalter ihre Waren über Stepenitz und Elbe und dann auf der Nord- und Ostsee bis nach Skandinavien brachten. Der Holzhandel, Prignitzer Eichen, die an der Küste für den Schiffbau benötigt wurden, machte Perleberg wohlhabend.

 

Das 1839/40 nach Plänen des preußischen Baumeisters F.A. Stüler im neugotischen Stil mit Anklängen an italienische Renaissancepaläste errichtete Rathausneubau erhält Teile des mittelalterlichen Warenhauses, in dem reisende Händler ihre Waren verkauften.

 

1850 baute Schüler außerdem die dahinterliegende St. Jakobikirche um und errichtete eine neue Turmspitze.

 

Am Kirchplatz liegen die ältesten Fachwerkhäuser der Stadt – Giebelhäuser mit geschmückten Fassaden aus dem 16. Jh.

 

Am Großen Markt/Ecke Poststraße befindet sich in einer Weinhandlung eine außergewöhnliche Ladeneinrichtung aus Jugendstilfliesen, die 1897 auf der Brüsseler Weltausstellung gezeigt wurde.

 

In der zweiten Hälfte des 19. Jh veränderte sich durch neue Baustoffe, wie z.B. englischer Schiefer, auch das Aussehen der Städte und Dörfer.

 

Nachdem die Bahnstrecke von Hamburg nach Berlin über Wittenberge gebaut worden war, ging der wirtschaftliche Aufschwung Mitte des 19. Jh. allerdings an Perleberg größtenteils vorbei.

Stadtführungen immer samstags.

 

In der Touristeninformation am Großen Markt sind ausführliche Broschüren zu unterschiedlichen, nicht nur touristischen Themen erhältlich.

(Mo-Fr 10-15h, Sa nachm. geschl.)

 

Stadtrundgang hier herunterladen.

 

Am Marienplatz ein historisch interessantes Denkmal für die Opfer des Naziregimes (VVN) - Info hier.

 

Weitere touristische Informationen hier.

 

Literatur über Perleberg lässt sich hier bestellen:

 

Weitere Informationen zu den historischen Stadtkernen und der Kulturlandschaft.

Marktplatz

 

Sanierte Ackerbürgerhäuser am Kirchplatz.

 

Kaffeetrinken mit selbstgebackenem Kuchen im Café Roland am Großen Markt mit Blick auf Rathaus und St. Jacobi-Kirche (tägl. 9-17h).

 

Gleich daneben, in einer Jugendstil Fleischerei & Wursterei von 1905 (die Fliesen-Wandbilder wurden 1897 auf der Brüsseler Weltausstellung gezeigt) befindet sich die Weinhandlung Meierholz.

Hier ist der Prignitzer Gin erhältlich.

Mo-Fr 10-18h, Sa 9-12h

raffinarium.de

 

Die meisten Geschäfte in der Altstadt schließen samstags bereits um 12 Uhr.


Rathaus, Perleberg
Rathaus, Perleberg

Stadtrundgang

 

Ein bebilderter Stadtrundgang mit ausführlichen Erklärungen der Altstadt und der Neustadt und ihrer Sehenswürdigkeiten und deren Geschichte findet sich in Joachim Nöltes Reiseführer "Prignitz - Ein Wegbegleiter" (erhältlich in der Buchhandlung in der Bäckerstraße).

 

Gruppenführungen buchbar bei der Stadtinformation.

Jüdischer Friedhof. Foto: J. de Gruyter
Jüdischer Friedhof. Foto: J. de Gruyter

Wittenberge - eine Stadt erfindet sich neu

Wittenberge, im Vorbeifahren. Foto: Susanne Frinke
Wittenberge, im Vorbeifahren. Foto: Susanne Frinke

Wittenberge - damals und heute. Eine Zeitreise in alten Ansichten

wittenberge.de

 

Bester Tag für einen Besuch:

Mittwoch-/Freitagvormittag (Wochenmarkt), am besten mit dem Fahrrad - oder zu Fuß in einem zweieinhalbstündigen Stadtsparziergang, der alle Sehenswürdigkeiten streift.

Eine Broschüre lässt sich hier herunterladen:

Fahrradvermietung: fahrrad-schukat.de

 

Kunsthistorische Führungen mit erfahrenen, kostümierten Gästeführern, z.B. zu Jugendstil, Industriekultur, oder zum Thema Wittenberge als Ackerbürgerstadt, buchbar über die Internetseite oder bei der Touristeninformation am Paul-Lincke-Platz (Kulturhaus)

(Mo-Fr 9-17, Sa 10-12)

Führungen hier.

 

INFO

 

Cafés

 

Vor der Kaffeerösterei in der Bahnstraße

(Mo geschl.)

 

Eiscafé Venezia, nettes familiengeführtes Eiscafé mit Sonnenterrasse am Paul-Lincke-Platz
Gigantische Eisbecher und Eiscocktails

(tägl. 11-18).

 

Im Sommer kommt der Eiswagen in die Neubausiedlungen.

 

An der Elbe

 

Sonnenuntergang über der Elbe bei Cocktails in der Strandbar der Alten Ölmühle (Mo/Di geschl.)

 

 

 

 

 

Architektur

Von User Lienhard Schulz on de.wikipedia - own work Lienhard Schulz, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=893063
Steintor, Wittenberge. Foto: Lienhard Schulz

Gotisches Steintor (13 Jh.)

 

Wohnhaus „Alte Burg“ (1669), heute Stadtmuseum

 

Jugendstilhäuser im Quartier Heisterbusch (1900-1909), am Schillerplatz

 

 

Gründerzeit-Häuser im Jahnschulviertel

 

Jahnschule (1907), Jugendstil

 

Die Bahnstraße, eine architektonische Zeitreise von der Flaniermeile des frühen 20. Jh. bis zu den Neubauten am Paul-Lincke-Platz, die in den 1970er Jahren die „Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik“ herstellen sollten.

(Paul Linckes "Berliner Luft" hier.

 

Kultur- und Festspielhaus (1959)

Eines der mehr als 2000 Kulturpaläste, denen in der DDR eine gesellschaftspolitische Funktion als Schulungsort der Arbeiterklasse zukam.

Virtuelle Tour hier.

Informationen zur Geschichte der Kulturhäuser in der DDR in diesem Audiobeitrag mit der Kulturhistorikerin Simone Hain.

(Simone Hain: Die Salons der Sozialisten. Ch. Links Verlag)

Weitere Informationen und Fotos der DDR-Kulturhäuser hier.

 

Kastanienplatz:

Walter Gropius-Siedlung (Lindenstraße) und

Siedlung „Eigene Scholle (Ahornweg, Lindenweg, Im Pannbusch)

 

Eine ab 1924 von den Mitgliedern des Bau- und Sparvereins „Vorwärts“ nach Plänen von Walter Gropius gebaute Wohnsiedlung, in der die Beschäftigten des Reichsbahnausbesserungswerkes in Selbstversorgung leben konnten. Die Doppelhäuser standen auf einem Morgen Land und ermöglichten, neben dem Anbau von Gemüse auch das Halten von Schafen, Enten und Schweinen. Interessant ist die freitragende Dachkonstruktion ohne Dachsparren in der sogen. „Zollbauweise“, bei der vorgefertigte Elemente mit geringem Eigengewicht ohne Kran in kurzer Zeit aufgebaut werden können.

 

Ölmühle, ehem. Ölfabrik von Salomon Herz

Der Bau der Ölfabrik durch den Berliner Kaufmann Salomon Herz und der Bau des Wittenberger Elbehafens stellen den Beginn der Industrialisierung der Stadt dar. Dazu trug auch die Eisenbahnlinie Hamburg – Berlin bei, die auf Drängen des Großaktionärs Herz über Wittenberge und nicht über Perleberg geführt wurde.

 

Hauptzollamt (1819), Wilsnackerstr. 57 (ehem. Herzstraße)

 

Evangelische Kirche (Neogotik, 1872)

 

Zentrum der Altstadt

 

Rathaus (Historismus, 1912)

Zu Beginn des 20. Jh. errichtete die inzwischen selbstbewusste Industriestadt nördlich der Altdstadt umgeben von Parkanlagen das neue Rathaus.

Besichtigung möglich. Aussichtsplattform im Turm mit Blick über die Stadt.

Eine virtuelle Führung hier.

 

(Alle o.g. Gebäude sind enthalten in dem zweieinhalbstündigen „Stadtspaziergang“ (Broschüre zum Herunterladen)

 

DEWAG-Berlin, CC BY-SA 3.0 <http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/>, via Wikimedia Commons
Nähmaschinenwerk Wittenberge. Foto: DEWAG Berlin

Singer-Nähmaschinenwerk (1904), nordeutscher Backsteinstil

 

Singer-Uhrenturm (1828) (Mai-Sept, Do-Sa 10-16h)

Führungen mit "Herrn Singer" buchbar in der Touristeninformation.



Bahnstraße. Foto: J. de Gruyter
Bahnstraße. Foto: J. de Gruyter

 

FILM

 

Wegen seiner zur damaligen Zeit noch intakten Straßenlandschaften wurde Wittenberge nach der Wende häufig als Filmkulisse genutzt.

Christian Petzold drehte hier mit Nina Hoss „Yella“ und „Jerichow“.

 

Der TV-Zweiteiler „Der Verleger“ mit Heiner Lauterbach wurde ebenfalls in Wittenberge gedreht.


Lenzen - eine Reise in die Vergangeheit

Lenzen - ein Städtchen, in dem die Zeit stehengeblieben zu sein scheint und sich die Entschleunigung an der Ein-Zeiger-Uhr im Turm des neuen Rathauses von 1713 ablesen lässt.

Lenzen ist die älteste und war lange Zeit die bedeutendste Stadt der Prignitz. Im 8. Jh. errichteten hier im Urstromtal der Elbe Slawen eine ringförmige Befestigungsanlage. Nach der christlichen Kolonialisierung der Prignitz errichtet die Adelsfamilie Edle Gans zu Putlitz auf dem Wall eine neue Burg. Im Mittelalter war die Burg im Besitz von Raubrittern.

 

Nach Pest und Dreißigjährigem Krieg wurde die Stadt zu einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt der Poststrecken Berlin-Hamburg und Magdeburg-Hamburg. Der niederländische Admiral Gijsels van Lier setzte sich als Amtmann Mitte des 17. Jh. für Deichbau und regelmäßige Schulbesuche der Bauernkinder ein.

Im frühen 19. Jh verlor Lenzen aufgrund der Verlegung des Wasserzolls nach Wittenberge und des Landzolls an die Berlin-Hamburger Chaussee (heutige B 5) seine wirtschaftliche Rolle. Allerdings erhielt die Stadt 1874 einen Bahnanschluss an die Bahnstrecke nach Lüneburg, Teil des Plans, Berlin den Zugang zur Nordsee zu ermöglichen. Bis zum 2. Weltkrieg wurde Spargel aus der Prignitz nach Hamburg geliefert.

 

Mit der Zerstörung der Eisenbahnbrücke bei Dömitz 1945 und nachdem 1948 die Gleise auf ostdeutscher Seite als Reparationszahlung in die Sowjetunion gebracht wurden, war Lenzen von seinem wichtigsten Markt Hamburg abgeschnitten. 1952 wurde die Stadt Sperrgebiet und 1961, nach dem Mauerbau, wurden zahlreiche Familien innerhalb nur weniger Stunden zwangsumgesiedelt. Ein Zugang zur Stadt für Ortsfremde war jetzt nur noch mit Genehmigung möglich. Nach Einbruch der Dunkelheit sorgte jetzt der Abschnittsbevollmächtigte dafür, dass in den Häusern keine Fernsehsendungen des Klassenfeindes liefen.

Die Burg wurde ab 1953, nach Enteignung der Eigentümerfamilie, als Parteiveteranenheim genutzt.

Heute ist die Burg Hotel und Sitz des BUND.

Im ehemaligen Bahnhofsgebäude befindet sich heute die Grundschule.

Lenzens Stadtpfarrkirche mit Teilen einer Arp-Schnittger-Orgel  stammt aus dem 13. Jh.

Konzerte mehrmals im Jahr.

Im Museum der Burg befindet sich eine Ausstellung über die mehr als 1000-jährige Stadtgeschichte von Lenzen.

 

Die schmalen Gassen und kleinen Straßen der Altstadt mit ihrem denkmalgeschützten Fachwerkhäusern lassen sich gut zu Fuß erkunden. Zahlreiche Informationstafeln erläutern das alte Stadtbild. Viele denkmalgeschützte Häuser warten noch auf eine Rettung.

 

Vom Turm der Burg genießt man eine weiten Blick über die Elbeniederung bis nach Höhbeck.

 

Informationen über die Geschichte der Burg hier.

 

Regelmäßig Führungen durch die Lenzener Altstadt.

 

Kurze Audio-Beträge über Lenzen und seine Bewohner bei RBB Antenne Brandenburg.

 

Lenzen ist wenig von Lichtverschmutzung betroffen und es gibt eine Hobby-Sternwarte, wo Mario Grüneberg Beobachtungsabende anbietet.

 

Weitere touristische Informationen hier.

 

INFO

elbe-urlaub.de

 

 

 



Dömitz

Dömitz liegt inmitten einer herrlichen Flusslandschaft imUNESCO Biosphärenreservat umgeben von Elbe
Elbe, Elde, Löcknitz und Rögnitz, die sich gut mit dem Kanu erkunden lässt.

 

Touristeninformation hier.

 

Historische Altstadt mit kleinen Fachwerkhäusern und einigen Cafés; sehr gut erhaltene pentagonale Renaissance-Flachlandfestung.

(Mai-Okt 10-17h, Winter: 10-16h, Mo geschl.)

 

Weitere Informationen hier.

 

Auf der Elbe, der Elde und den Kanälen verkehren Fahrgastschiffe zu Ausflügen und Rundfahrten.

http://www.elbeschiffstouren.de/

Radtouren und kombinierte Rad- und Kanutouren (mit Transport) sind buchbar über das Fahrrad-Taxi.

 

Geführte naturkundliche Wanderungen in der Elbtalaue bei Nicola Mahnke buchen.

 

Cafés

 

Scheunen-Café an der Elbe

(nur 14-16h)

 

Martins Musik Café am Markt

Kaffee, Kuchen, Rock’n’Roll

12-18h

Spaziergänge in der Elbaue

Binnendüne

bei Klein Schmölen

Die Binnendüne bei Klein Schmölen entstand durch die letzte Eiszeit als Teil eines fast 100 km langen Dünengebietes im Urstromtal der Elbe zwischen dem jetztigen Wittenberge und Boizenburg. Um eine weitere V Versandung der Äcker zu verhindern, wurden zu Beginn des 20. Jh. Kiefernwälder gepflanzt. Bis in die 1970er Jahre reichte das Elbehochwasser noch bis zum Fuß der Dünen.

 

Beste Reisezeit zur Blüte des Sandtrockenrasens.
Man kann am Waldrand entlang bis Pols wandern (ca. 1 Std.)

Zufahrt über Dünenstraße

Hier parken: 53.1241285,11.2889175,523. Hunde anleinen.

Wegbeschreibung hier.


Eisenbahnbrücke Dömitz

Die 1870-73 erbaute zweigleisige Eisenbahnbrücke war mit fast 1 km Länge eine der längsten Flussbrücken Deutschlands und Teil der Bahnstrecke Wittenberge - Lüneburg. 1945 zerstört.

 

Zufahrt: Südseite der Elbe (auf der B 191 links nach Brandleben abbiegen). Hier parken.

 

INFO

Geschichte der Eisenbahnbrücke.



Ludwigslust - barocke Residenzstadt

Lebhafte Kleinstadt; einzigartige barocke Stadtanlage mit Schloss und Kirche.

stadtludwigslust.de

Geschichte

Aus einem Jadgschloss im Dörfchen Klenow entstand ab 1756 mit der Verlegung des Regierungssitzes eine geplante Residenzstadt - zuerst Stadtkirche und Schloss, dann die wesentlichen herrschaftlichen Gebäude und danach die übrige Stadt, großenteils durch den Hofbaumeister Joachim Busch.

Für den Transport der Baumaterialien wurde der Ludwigsluster Kanal angelegt, der die Springbrunnen und Kaskaden speist.

Die Blütezeit der herzoglichen Residenzstadt dauerte jedoch nur weniger als 100 Jahre , denn bereits 1837 wurde die Residenz nach Schwerin zurückverlegt und damit endete die Glanzzeit der Stadt.

 

Barockschloss 1772-76 (J. Busch)

Historischer Ballsaal im Mitteltrakt. Verzierungen aus der herzoglichen Pappmaché-Fabrik.

Schlossmuseum Di-So 10-17h

 

Stadtkirche 1765-70 (J. Busch)

Eine tempelartige, turmlose Kirche mit dorischen Säulen und überlebensgroßen Apostelfiguren.

Einzigartige Sichtachse über die Kaskaden zum Schloss.

 

Schlosspark

Barockpark im Stil eines englischen Landschaftsparks mit Kaskaden und Wasserspielen.

An den Kaskaden Skulptur der beiden Flussgötter von Rögnitz und Stör.

 

Schloßstraße

Symmetrische Prachtstraße mit zahlreichen historischen Gebäuden

 

INFO

  • Broschüre über einen historischen Rundgang erhältlich bei: Touristeninformation, Schlossstr. 36
  • Ludwigsluster Stadttour (3 km) (auch als App)

Schloßcafé

im Jagdsaal mit Terrasse

Hausgemachte Kuchen & Torten, Sanddorn-spezialitäten

Di-So 11-16h

 

Alte Wache

im ehem. Wach- u. Arrestlokal

Bürgerliche Küche (Gerichte 10-30€), Torten

Di-Sa 12-22h, So 11-18h.

Schloßfreiheit 8

altewache-ludwigslust.de


KULTUR

In Ludwigslust finden zahlreiche kleinere und größere Festveranstaltungen statt.

Programmkino in der Kanalstraße



Karstädt

Karstädt, ein ehemaliges Angerdorf, entwickelte sich nach dem Bau der Berlin-Hamburger Chausee 1822 und der Eröffnung der Berlin-Hamburger Eisenbahn 1846 zum Standort für Industrie und Handwerk. An der neuen Chaussee entstand bald eine Brauerei, die nach dem Ersten Weltkrieg auch Schnaps, den sogenannten „Karstädter“ herstellte. 1893 eröffnete die Stärkefabrik, 1895 wurde die Sparkasse gegründet, 1900 ein Sägewerk gebaut.

Die heute noch bestehende Haferflockenfabrik „Flocke“ und die Molkereigenossenschaft (2021 gechlossen) entstanden ebenfalls zu dieser Zeit.

Im Ortsteil Premslin finden sich noch einige alte Gehöfte aus dem Beginn des 20. Jh.

Im Ortsteil Postlin arbeitet der einzige noch aktive Hufschmied der Prignitz.

 

Markt:

Dienstagvormittag, Ernst-Thälmann-Platz (an der alten Apotheke)

 

Café:

Bäckerei Ditten

Straße des Friedens (Nähe Bhf)

Prignitzer Streuselkuchen

(Di-Fr 6.30-18h; Sa 6-12h)

Stavenow und die umliegenden Dörfer blieben weiterhin landwirtschaftlich geprägt.

 

Im Dorfkern befindet sich eine sehr zurückhaltend von privaten Förderern restaurierte Kirchenruine von 1726

(Besichtigung möglich, Tel. 038797 59133)



Museen


Für regnerische Tage bietet sich der Besuch einer der vielen ungewöhnlichen Museen in der Prignitz an.

 

Weitere Informationen:

prignitzer-museen.de

WITTENBERGE

Alte Burg

Von der Ackerbaustadt zum Industriestandort

Dauer- und Sonderausstellungen, u.a. SINGER-Sammlung

Di + Sa geschl.

Weitere Informationen hier.

 

Eisenbahnmuseum

im historischen Lokschuppen

Apr.-Okt., samstags.

 

PERLEBERG

Stadtmuseum

Frühgeschichte, Stadtgeschichte, ländliches Leben, Sonderausstellungen

Mo+Sa geschl.

stadtmuseum-perleberg.de

 

DDR-Museum
Alltag in der DDR

Relikte, Themen, Alltagskultur

1933 befand sich in der Baracke ein Konzentrationslager

ddr-museum-perleberg.de

 

Oldtimer Museum

Motorräder, Autos, Traktoren

Sonntags 14-17h

oldtimerfreunde-perleberg.de

 

Judenhof

Parchimer Str. 6A

Eine jüdische Gemeinde gab es in Perleberg vermutlich bereits bei der Stadtgründung 1239. Nach einem Schauprozess 1510 in Berlin wurden alle Juden aus der Mark Brandenburg vertrieben. Erst Anfang des 19. Jh. gab es wieder eine jüdische Bevölkerung in Perleberg. Der Friedhof der Gemeinde, der in der NS-Zeit teilweise zerstört worden war, wurde in den 1950er Jahren instandgesetzt und befindet sich an der Straße Zum Alten Friedhof.

Im Judenhof befanden sich bis 1510 eine Synagoge, eine Mikwe und Wohnungen. Eine Ausstellung erinnert an diese Zeit.

 

Waldfriedhof

Auf dem Friedhof liegen mehr als 40 historische Grabstätten.

 

Galerien

STAVENOW

Wechselnde Fotoausstellungen in einem alten Gehöft

D I V A N

LAASLICH

Kunsthaus Kirschbluethe
Grafik und Fotografie in einer alten Scheune

Kirschbluethe

UNBESANDTEN

Kunst- und Kulturstätte
BBM-Künstlerkollektiv (Performances, Installationen)

bbm

 


UMLAND

Dorfmuseen, Schlösser und Herrenhäuser

BLÜTHEN

 

Dorfmuseum

"Die Geschichte der Landwirtschaft"
Einblicke in eine Dorfpfarrstelle

Anmeldung: Tel. 038797 90845

 

Kleine Feldsteinkirche von 1509

 

Pferdemarkt in Blüthen am 1. Mai

NEUHAUSEN

 

Schloss Neuhausen (Bj. 1738)

restaurierte Schlosskirche

 

WOLFSHAGEN

 

Schloss Wolfshagen

„Die untergegangene Welt des märkischen Landadels“

1787 durch die Gans Edlen Herren zu Putlitz errichteter Barockbau.

(Über die fast unglaubliche politische Karriere des Wolfgang Gans Edler Herr zu Putlitz (1899-1975) hier.)

(11-17h, Mo+Di geschl.)

 

Von dort Rundwanderung zum Königsgrab bei Seddin (8 km)

Karte hier herunterladen.

 

GRUBE

 

Schloss Grube

Barockes Herrenhaus (1740) derer von Quitzow

Hotel, Restaurant, Kulturveranstaltungen

regionale gehobene Küche

(15-22h)

 

SEDDINER KÖNIGSGRAB

 

Seddin ist eines dieser netten kleinen Prignitz-Dörfer, in denen Kinder noch auf der Straße spielen und Hunde in der Sonne dösen.

Kleine Feldsteinkirche (1266) mit Friedhof, Figurengrabsteinen und mittelalterlichen Wandmalereien.

(Besichtigung möglich, Tel. 038785 60360).

 

In Richtung Kreuzburg befindet sich mit dem Königsgrab die bedeutendste Grabanlage des 9. Jh. v.u.Z. mit Lehmverputz und Bemalungen für die bronzezeitliche Elite der Prignitz.



Mellen, Großsteingrab. Foto: Doris Antony CC-BY-SA-3.0
Mellen, Großsteingrab. Foto: Doris Antony CC-BY-SA-3.0

 

Großsteingrab Mellen

 

Am Ortsausgang von Mellen (30 Minuten Fußweg von Boberow) liegt eine Grabanlage aus der Jungsteinzeit bestehend aus großen Findlingen.

 

Mellens  turmlose Kirche (Anfang 14. Jh.) enthält einen spätgotischen Schnitzaltar.
(Besichtigung mögl., Tel. 038781 40672)

 

Nebenan in Rambow steht die schon von weitem sichtbare neugotische Backsteinkirche (1887) mit altem Friedhof.


Barometer. Foto: J. de Gruyter
Barometer. Foto: J. de Gruyter

 

WETTER

 

Die Sommer in der Prignitz können recht heiß und trocken sein.

Der Regen bleibt häufig südlich der Elbe.

 

Plötzliche Gewitter mit Sturmböen treten auf.

 

Die Nächte sind sternenklar und dunkel.

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